Todesmarsch vor 70 Jahren von Hamburg nach Kiel

Der Marsch des Lebens: Gedenk- und Versöhnungsmarsch an Orten des Holocaust in Europa. Die Nachkommen der Tätergeneration finden Worte, die ihre Väter und Großväter nicht finden konnten. Ein Zeichen gegen modernen Antisemitismus und für Israel.

Es muss grauenvoll gewesen sein, dieser Anblick von zerlumpten und ausgemergelten Figuren, die sich im April 1945 unter Drohungen und Prügeln der SS-Bewacher die Landstraße entlangschleppten. „Todesmärsche“ tauften Historiker später diese Aktionen, mit denen die Nazis die Insassen von Konzentrationslagern vor den herannahenden Alliierten verstecken wollten. Aus dem „Kolafu“, dem Konzentrationslager in Hamburg-Fuhlsbüttel, wurden die Überlebenden nach Norden, Richtung Kiel getrieben. Genau 70 Jahre später liefen hunderte Teilnehmer beim „Marsch des Lebens“ diese Strecke noch einmal ab

Die Lutherkirche öffnete die Türen für Versöhnung

Der Marsch erreicht das Rathaus von Neumünster.
Der stellvertretende Stadtpräsident Bernd Delfs begrüßt den Marsch und hält eine Rede.
Der Marsch erreicht Tungendorf.

Hilde Zander, eine junge Jüdin aus Mönchengladbach, hat diesen Marsch und als einzige in ihrer Familie den Holocaust überlebt. Ihr Buch „Zwischen Tag und Dunkel – Mädchenjahre im Ghetto“ (das sie 40 Jahre später später als Hilde Sherman veröffentlichte) beschreibt eben auch die Strapazen der Fuhlsbütteler KZ-Insassen. Hilde Sherman starb 88-jährig in Jerusalem. Ihre Tochter Ruthy Sherman(58) war mit Nichte Martha Birmaher (31) angereist, um den Weg ihrer Mutter persönlich abzulaufen.

Station in der Lutherkirche

 

Auf nach Mühbrook

Beim „Marsch des Lebens“ trugen die Teilnehmer viele Flaggen – weil die zum Todesmarsch getriebenen KZ-Insassen vor 70 Jahren aus unterschiedlichsten Ländern kamen.

Aufbruch nach Mühbrook
Schulstrasse
Kielerstrasse
 

Am Abend nach dem Marsch

Gulaschsuppe von der Lebenshilfe, soooo lecker.
Alle wurden satt.
Stunde der Besinnung und Versöhnung.
 

Begegnung von Klaus Teßmann und Anke Voss

Anke Voss und Klaus Teßmann treffen in der Lutherkirche aufeinander. Bewegende Worte der Versöhnung.Anke Voss Familie gehörte zu den Opfern des Holocaust. Klaus Teßmanns Großvater war Kommandeur in Fuhlsbüttel.

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